Nach ca. einer Woche in der Wüste habe ich es mir über Mittag am Schatten gemütlich gemacht. Ich war an diesem Plätzli mutterseelenallein, die anderen waren irgendwo über das breite Wadi verstreut. Ich liege auf einer Matte und höre gerade Musik, als auf einmal, wie aus dem nichts, eine Gruppe Schwarzafrikaner durchläuft. Etwa 8 Jungs laufen an mir vorbei, grüssen mich auf arabisch und französisch, und laufen weiter.
Ich war platt, ich hätte nie gedacht dass wir dort solchen Menschen begegnen. Es ist ein Thema, welches bei uns eher totgeschwiegen wird... Flüchtlinge aus dem Sudan, Nigeria und Niger schlagen sich mit häufig fragwürdigen "Führern" durch die Sahara, und probieren die Oasenstädte Ghat in Libyen oder Djanet in Algerien zu erreichen, von wo sie sich ans Mittelmeer durchschlagen wollen. Endgültiges Ziel der Flüchtlinge ist Europa, wo sie sich ein besseres Leben erhoffen. Ein Leben ohne Hunger, ohne Angst, ohne Armut. Doch die Wüste ist tückisch... Ein Tag ohne Wasser im Sommer, und man ist tot. Auch so einem sind wir begenet, bzw. seinen sterblichen Überresten. Er ist auf dem Marsch durch die Wüste verdurstet und sein toter Körper wurde nur mit Steinen zugedeckt. Wildtiere haben seine Knochen herumgeschleppt, Rippen, Teile vom Rückgrat und Beinknochen lagen verstreut auf dem Boden, ebenso wie sein Schädel. Ich habe dann seine Überreste zusammengesucht und auf sein "Grab" gelegt. Ich wollte nicht, dass seine sterblichen Überreste so verteilt auf dem Boden lagen...
Nach 10 Tagen sind wir einer zweiten Flüchtlingsgruppe begegnet. Wir haben ihnen Wasser, Konserven, Brot, Orangen und Kekse mitgegeben. Einer sagte dann zu mir, "thank you, god bless you sister". Die haben nichts dabei ausser einem kleinen Wasserkanister, einer dünnen Decke und einem kleinen Rucksack. Hoffentlich finden Sie irgendwie den Weg in ein besseres Leben, egal wo.
Samstag, 26. April 2008
Sonntag, 13. April 2008
Mittwoch, 2. April 2008
Algerien März 2008
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