Donnerstag, 12. Juni 2008
Ich kooomme... oder auch nicht...
Eigentlich wollte ich ja diesen Herbst wieder zwei Wochen in der Wüste verbringen. Da ich auch wegen meinem Pferd die Prioritäten anders setzen muss, wird dieses Jahr nichts mehr daraus. Nächstes Jahr plane ich aber wieder eine Wüstentour - das Heimweh nach der Wüste wird mich aber immer begleiten.
Samstag, 26. April 2008
Die Schönheit der Wüste - und die andere Seite...
Nach ca. einer Woche in der Wüste habe ich es mir über Mittag am Schatten gemütlich gemacht. Ich war an diesem Plätzli mutterseelenallein, die anderen waren irgendwo über das breite Wadi verstreut. Ich liege auf einer Matte und höre gerade Musik, als auf einmal, wie aus dem nichts, eine Gruppe Schwarzafrikaner durchläuft. Etwa 8 Jungs laufen an mir vorbei, grüssen mich auf arabisch und französisch, und laufen weiter.
Ich war platt, ich hätte nie gedacht dass wir dort solchen Menschen begegnen. Es ist ein Thema, welches bei uns eher totgeschwiegen wird... Flüchtlinge aus dem Sudan, Nigeria und Niger schlagen sich mit häufig fragwürdigen "Führern" durch die Sahara, und probieren die Oasenstädte Ghat in Libyen oder Djanet in Algerien zu erreichen, von wo sie sich ans Mittelmeer durchschlagen wollen. Endgültiges Ziel der Flüchtlinge ist Europa, wo sie sich ein besseres Leben erhoffen. Ein Leben ohne Hunger, ohne Angst, ohne Armut. Doch die Wüste ist tückisch... Ein Tag ohne Wasser im Sommer, und man ist tot. Auch so einem sind wir begenet, bzw. seinen sterblichen Überresten. Er ist auf dem Marsch durch die Wüste verdurstet und sein toter Körper wurde nur mit Steinen zugedeckt. Wildtiere haben seine Knochen herumgeschleppt, Rippen, Teile vom Rückgrat und Beinknochen lagen verstreut auf dem Boden, ebenso wie sein Schädel. Ich habe dann seine Überreste zusammengesucht und auf sein "Grab" gelegt. Ich wollte nicht, dass seine sterblichen Überreste so verteilt auf dem Boden lagen...
Nach 10 Tagen sind wir einer zweiten Flüchtlingsgruppe begegnet. Wir haben ihnen Wasser, Konserven, Brot, Orangen und Kekse mitgegeben. Einer sagte dann zu mir, "thank you, god bless you sister". Die haben nichts dabei ausser einem kleinen Wasserkanister, einer dünnen Decke und einem kleinen Rucksack. Hoffentlich finden Sie irgendwie den Weg in ein besseres Leben, egal wo.
Ich war platt, ich hätte nie gedacht dass wir dort solchen Menschen begegnen. Es ist ein Thema, welches bei uns eher totgeschwiegen wird... Flüchtlinge aus dem Sudan, Nigeria und Niger schlagen sich mit häufig fragwürdigen "Führern" durch die Sahara, und probieren die Oasenstädte Ghat in Libyen oder Djanet in Algerien zu erreichen, von wo sie sich ans Mittelmeer durchschlagen wollen. Endgültiges Ziel der Flüchtlinge ist Europa, wo sie sich ein besseres Leben erhoffen. Ein Leben ohne Hunger, ohne Angst, ohne Armut. Doch die Wüste ist tückisch... Ein Tag ohne Wasser im Sommer, und man ist tot. Auch so einem sind wir begenet, bzw. seinen sterblichen Überresten. Er ist auf dem Marsch durch die Wüste verdurstet und sein toter Körper wurde nur mit Steinen zugedeckt. Wildtiere haben seine Knochen herumgeschleppt, Rippen, Teile vom Rückgrat und Beinknochen lagen verstreut auf dem Boden, ebenso wie sein Schädel. Ich habe dann seine Überreste zusammengesucht und auf sein "Grab" gelegt. Ich wollte nicht, dass seine sterblichen Überreste so verteilt auf dem Boden lagen...
Nach 10 Tagen sind wir einer zweiten Flüchtlingsgruppe begegnet. Wir haben ihnen Wasser, Konserven, Brot, Orangen und Kekse mitgegeben. Einer sagte dann zu mir, "thank you, god bless you sister". Die haben nichts dabei ausser einem kleinen Wasserkanister, einer dünnen Decke und einem kleinen Rucksack. Hoffentlich finden Sie irgendwie den Weg in ein besseres Leben, egal wo.
Sonntag, 13. April 2008
Mittwoch, 2. April 2008
Algerien März 2008
Mittwoch, 16. Januar 2008
Anekdoten aus der Wüste...
Am 7. Tag in der Wüste war ich morgens zu Fuss unterwegs um mein Hinterteil zu schonen. Emules, mein Kamel lief brav hinter mir her. Ich laufe zuhinterst, neben mir laufen Abda und Elias und mit Händen und Füssen üben wir uns im Gespräch. Plötzlich fängt Abda an zu lachen, gleich danach auch Elias. Ich bin ratlos und schaue mich um. Dann entdecke ich den Grund der plötzlichen Heiterkeit... Mein Emules steht friedlich 20 m von uns entfernt und mampft an einem Busch während ich schon seit einem Weilchen ein Seil hinter mir herziehe - allerdings ohne Kamel dran. Was haben wir Tränen gelacht!
Eines Abends in der Wüste suchte ich mir einen ruhigen Platz um meine "Abenddusche", inkl. Klogang zu erledigen. Ich suche mir eine ruhige Ecke, weit vom Lager entfernt. Hinter einem grossen Felsbrocken lege ich meine Sachen ab und mache mich schon dran meine Hosen runterzulassen. Da schaue ich mich nochmals um und wie wenn ich es geahnt hätte, kniet da doch 10 Meter entfernt einer unserer Guides und ist in sein Gebet vertieft - er hat mich gar nicht gesehen. Und ich nur schnell weg, ich will ja keinem Einheimischen einen Schreck einjagen... ;)
Eines Nachmittags, nach dem Zvieri wollte ich schon meine Tasche schnappen und mich auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz machen. Unser Koch Hatari hatte allerdings andere Pläne mit mir - er nahm mich sanft am Arm und setzte mich zu den Tuareg ans Feuer. Abda schwieg und kochte fleissig Tee während Mohammed und Elias sich Fotos anschauten. Verschleierte Ritter der Wüste auf ihren weissen Meharis - und auf jedem Foto wurde irgend ein Freund oder Verwandter erkannt und das lautstark verkündet. Ich sass ganz klein zwischen den Jungs und schlürfte den süssen Tee und freute mich mit unseren Jungs über jeden erkannten Verwandten oder Freund auf den Fotos.
Die Tuareg und ihre Kamele, das ist schon eine ganz besondere Beziehung. Das fing schon damit an dass die Kamele gleich um das doppelte schneller liefen, als einer der Tuareg draufsass. Mit uns Touristen hatten sich die chameaux einen gemütlicheren Gang angewöhnt. Ganz faszinierend fand ich, wie sehr die Kamele auf einen speziellen, dumpfen Laut reagierten. Sobald Meloud diesen Laut ausstiess, wandten sich sämtliche Kamelköpfe zu ihm und alle steuerten auf ihn zu - egal was wir armen Touristen auch probierten, die Kamele folgten nur dem Ruf ihres Cheffs.
Mitten in der Wüste hat man teilweise auch ganz unerwartete Begenungen... Lumpi war eine davon. Am dritten Tag kam ein mageres, helles Hündchen zu unserem Lagerplatz. Er hielt sich immer einige Meter von uns entfernt auf und traute sich nicht, näher zu kommen. Er war aber interessiert und beobachtete uns ständig. An diesem Abend hat unser Koch ihm die Reste vom Abendessen gegeben. Und seitdem hatten wir mit Lumpi einen Freund gewonnen. Er folgte unserer Gruppe und gehörte von nun an mit dazu, wir alle hatten unser "Flohkissen" ins Herz geschlossen.
Die Tuareg waren zu anfang noch etwas skeptisch, aber schliesslich hat Meloud unseren Lumpi adoptiert und hat abends auch probiert ihn anzubinden. Allerdings blieb es bei dem Versuch, Lumpi hielt nicht besonders viel von Leine und Halsband und knabberte das Band kurzerhand durch. So anhänglich und schmusig unser Lumpi war - so sorgte er doch auch für den ein oder anderen Schockmoment. So schaute z.b. Martin ziemlich verduzt aus der Wäsche als er sich abends in seinen Schlafsack verziehen wollte, unser Lumpi sich aber schon darauf breit gemacht hatte. Oder als ich abends, schon im Halbschlaf dahindösend, auf eimal im Schlafsack stand, weil Lumpi wie ein Beserker im Dunkeln angerauscht kam um sich seine Gutenachtstreicheleinheiten zu holen. Wir hatten ihn aber allesamt ins Herz geschlossen und Meloud nahm in nachher mit zu sich nach Hause, in die Oasenstadt Ghat.
Eines Abends in der Wüste suchte ich mir einen ruhigen Platz um meine "Abenddusche", inkl. Klogang zu erledigen. Ich suche mir eine ruhige Ecke, weit vom Lager entfernt. Hinter einem grossen Felsbrocken lege ich meine Sachen ab und mache mich schon dran meine Hosen runterzulassen. Da schaue ich mich nochmals um und wie wenn ich es geahnt hätte, kniet da doch 10 Meter entfernt einer unserer Guides und ist in sein Gebet vertieft - er hat mich gar nicht gesehen. Und ich nur schnell weg, ich will ja keinem Einheimischen einen Schreck einjagen... ;)
Eines Nachmittags, nach dem Zvieri wollte ich schon meine Tasche schnappen und mich auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz machen. Unser Koch Hatari hatte allerdings andere Pläne mit mir - er nahm mich sanft am Arm und setzte mich zu den Tuareg ans Feuer. Abda schwieg und kochte fleissig Tee während Mohammed und Elias sich Fotos anschauten. Verschleierte Ritter der Wüste auf ihren weissen Meharis - und auf jedem Foto wurde irgend ein Freund oder Verwandter erkannt und das lautstark verkündet. Ich sass ganz klein zwischen den Jungs und schlürfte den süssen Tee und freute mich mit unseren Jungs über jeden erkannten Verwandten oder Freund auf den Fotos.
Die Tuareg und ihre Kamele, das ist schon eine ganz besondere Beziehung. Das fing schon damit an dass die Kamele gleich um das doppelte schneller liefen, als einer der Tuareg draufsass. Mit uns Touristen hatten sich die chameaux einen gemütlicheren Gang angewöhnt. Ganz faszinierend fand ich, wie sehr die Kamele auf einen speziellen, dumpfen Laut reagierten. Sobald Meloud diesen Laut ausstiess, wandten sich sämtliche Kamelköpfe zu ihm und alle steuerten auf ihn zu - egal was wir armen Touristen auch probierten, die Kamele folgten nur dem Ruf ihres Cheffs.
Mitten in der Wüste hat man teilweise auch ganz unerwartete Begenungen... Lumpi war eine davon. Am dritten Tag kam ein mageres, helles Hündchen zu unserem Lagerplatz. Er hielt sich immer einige Meter von uns entfernt auf und traute sich nicht, näher zu kommen. Er war aber interessiert und beobachtete uns ständig. An diesem Abend hat unser Koch ihm die Reste vom Abendessen gegeben. Und seitdem hatten wir mit Lumpi einen Freund gewonnen. Er folgte unserer Gruppe und gehörte von nun an mit dazu, wir alle hatten unser "Flohkissen" ins Herz geschlossen.
Die Tuareg waren zu anfang noch etwas skeptisch, aber schliesslich hat Meloud unseren Lumpi adoptiert und hat abends auch probiert ihn anzubinden. Allerdings blieb es bei dem Versuch, Lumpi hielt nicht besonders viel von Leine und Halsband und knabberte das Band kurzerhand durch. So anhänglich und schmusig unser Lumpi war - so sorgte er doch auch für den ein oder anderen Schockmoment. So schaute z.b. Martin ziemlich verduzt aus der Wäsche als er sich abends in seinen Schlafsack verziehen wollte, unser Lumpi sich aber schon darauf breit gemacht hatte. Oder als ich abends, schon im Halbschlaf dahindösend, auf eimal im Schlafsack stand, weil Lumpi wie ein Beserker im Dunkeln angerauscht kam um sich seine Gutenachtstreicheleinheiten zu holen. Wir hatten ihn aber allesamt ins Herz geschlossen und Meloud nahm in nachher mit zu sich nach Hause, in die Oasenstadt Ghat.
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